Am 10 Juli 2025 fand in den Räumen des VHS Forums Köln die überregional beworbene Abschlusskonferenz des WaX-Verbundvorhabens AMAREX statt. Insgesamt ca. 70 Teilnehmende aus Kommunen, Fachverwaltungen, Wissenschaft und Planungspraxis folgten der Einladung, um sich über die in AMAREX erarbeiteten Forschungs- und Projektergebnisse zu informieren und relevante Fragestellungen zum Umgang mit wasserbezogenen Extremereignissen im urbanen Raum zu diskutieren. Das Vorhaben AMAREX hat sich seit dem Projektstart Februar 2022 mit der Verbesserung des Regenwassermanagements und funktionalen Anpassung blau-grüner Infrastrukturen an die Extremereignisse Starkregen und Trockenheit auseinandergesetzt, um Kommunen wertvolle Hilfestellung zur wasserbezogenen Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu leisten.
Nach der Begrüßung und einer thematischen Einführung in die Veranstaltung durch den Verbundkoordinator, Herrn Prof. Dr. Ulrich Dittmer (RPTU Kaiserslautern-Landau) folgten Grußworte des Gastgebers StEB Köln (Herr Heinz Brandenburg) und der als Verbundpartner beteiligten Kommunen. Sowohl Frau Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, als auch Frau Regina Gnirss, Leiterin Forschung und Entwicklung der Berliner Wasserbetriebe, betonten die Wichtigkeit und Relevanz der in AMAREX adressierten Forschungsfelder und der sich daraus ergebenden Unterstützung für die kommunale Klimafolgenanpassung. Dr. Benni Thiebes (Deutsches Komitee Katastrophenvorsorge e. V.) berichtete anschließend über die Schwerpunkte der Fördermaßnahme Wasser-Extremereignisse (WaX) und das Vernetzungs- und Transfervorhaben Aqua-X-Net.
Der erste Teil der Veranstaltung wurde dann mit einem Übersichtsvortrag zu den Fragestellungen und Arbeitsinhalten von AMAREX abgeschlossen. Es berichteten die Leitenden der Arbeitspakte von den inhaltlichen Schwerpunkten in den Handlungsfeldern Starkregenvorsorge (Dr. Christian Scheid, RPTU Kaiserslautern-Landau), Trockenheitsvorsorge (Ralf Minke, Universität Stuttgart), Urbaner Wasserhaushalt (Dr. Andreas Matzinger, KWB), Sozio-Ökonomie (Dr. Jenny Tröltzsch, Ecologic Institut) sowie dem AMAREX Planungstool (Ninett Rosenfeld, Technologiestiftung Berlin).
Der zweite Teil der Veranstaltung nachmittags widmete sich ganz den in den genannten Handlungsfeldern erarbeiteten Ergebnissen und Werkzeugen von AMAREX. Mit großem Interesse besuchten die Gäste in kleineren Gruppen den „Marktplatz der Innovationen“, konnten dort die unterschiedlichen AMAREX Werkzeuge testen oder sich demonstrieren lassen, Hintergrundinformationen erhalten und Ergebnisdetails diskutieren. Vorgeführt wurden u.a. ein Nutzvolumenrechner für Zisternen, ein Tool zur Bewertung von Effekten der Überflutungsminderung von RWB+ Anlagen, die Entwicklungsebene des Wasserbilanzmodells ABIMO oder die Anlagen-Steckbriefe mit sozio-ökonomischer Bewertung. Eine gesonderte Station des Markplatzes demonstrierte das AMAREX Webtool zur kommunalen Planungsunterstützung als zentralem Ergebnisbaustein des Projektes.
Im Anschluss an die Abschlusskonferenz fand unter dem Motto „Zur Vertiefung und Mitgestaltung“ ein letzter, kurzer Workshop mit kommunalen Stakeholdern statt. An drei verschiedenen Thementischen wurden hier weitere Tests der Tools ermöglicht, ihre Adaption und Verstetigung erörtert und Zukunftsperspektiven, aber auch Herausforderungen für die AMAREX Ergebnisanwendung auf kommunaler Ebene diskutiert.
Die regen Diskussionen und Gespräche sowohl an den Stationen des „Marktplatzes der Innovationen“ als auch im Vertiefungsworkshop bestätigten die hohe Relevanz aller in AMAREX adressierten Forschungsfelder. Vor allem die Vorstellung des Webtools stieß auf große Resonanz: Eine begleitende Umfrage zeigte, dass das Instrument als hilfreich, anschlussfähig und dringend notwendig bewertet wurde. Verschiedene Kommunen signalisierten ein konkretes Interesse an der Übertragung auf ihre Stadtgebiete und sprachen sich für eine Weiterentwicklung und Verstetigung der Projektergebnisse aus. Der fachliche Austausch und die aktive Beteiligung von Stakeholdern, Kommunen und Wissenschaft machten die Veranstaltung zu einem wichtigen Impuls für die zukünftige Anwendung in der kommunalen Praxis.